Andreas Hofer Schützenkompanie

Mitglied im Sankt Sebastianus Schützenverein Düsseldorf-Wersten 1925 e. V.

Die Schlacht am Bergisel


Die vier Schlachten am Bergisel waren Teil des Tiroler Freiheitskampfes unter Führung von Andreas Hofer, die gegen die napoleonischen Franzosen und ihre Verbündeten, die Bayern am Bergisel bei Innsbruck geführt wurden. Im Gegensatz zu heute bezeichnete man damals auch die Berghänge von der Sillschlucht bis zum Anstieg nach Natters als Bergisel.

 

Ausgangssituation
Ursache der Schlachten am Bergisel war die bayrische Herrschaft in Tirol, die unter anderem zur Aufhebung des Landlibell von 1511 (Missachtung der Tiroler Wehrverfassung) und massiven Eingriffen in das traditionelle religiöse Leben führten. Auslöser war die Zwangsaushebung von Rekruten in Axams im Zuge der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Anfang April 1809 erhob sich in ganz Tirol der "Landsturm". Der Kampf um Innsbruck entbrannte am 12. April 1809.

Erste Bergiselschlacht (25. Mai 1809)
In den Morgenstunden des 25. Mai traf ein etwa 5000 Mann starkes Bauernheer in Matrei ein und begann mit der Besetzung der Berghänge südlich von Innsbruck. Josef Speckbacher rückte vom Unterinntal mit etwa 1000 Schützen an, weiters wurden die Tiroler von rund 1200 Mann österreichischer Infanterie unterstützt, die über 5 Geschütze verfügten. Es kam bald zu Kämpfen auf breiter Front mit den knapp 5000 bayrischen Soldaten unter General Deroy, ohne daß jedoch die Tiroler unter Andreas Hofer einen genauen Schlachtplan hatten.

Die eintreffende Nacht und ein einsetzender Gewitterregen führten zu keiner Entscheidung, die Bayern behaupteten die Talebene, die Tiroler die Berghänge.

Zweite Bergiselschlacht (29. Mai 1809)
Nach herbeigerufener Verstärkung ließ Andreas Hofer noch einmal angreifen. Die bayrischen Truppen erlitten große Verluste und mußten den Rückzug in das Unterinntal antreten.

Am 21. und 22. Mai wurde Napoleon in Aspern bei Wien und Eßlingen von der österreichischen Armee unter Erzherzog Karl geschlagen, konnte jedoch seinerseits die Österreicher am 5. und 6. Juli bei Wagram schlagen und sie zu einem am 12. Juli in Znaim unterzeichneten Waffenstillstand zwingen.

Dritte Bergiselschlacht (13. August 1809)
In der zweiten Julihälfte marschierte eine 25.000 Mann starke Armee auf Napoleons Befehl hin auf allen Seiten nach Tirol ein, der jedoch in Kämpfen um die Lienzer Klause, an der Ehrenberger Klause bei Reutte, an der Pontlatzer Brücke zwischen Landeck und Prutz und in der Eisackschlucht zwischen Sterzing und Brixen große Verluste zugefügt wurden.

Die Entscheidungsschlacht wurde am 13. August am Bergisel geschlagen. 15.000 bayerische, sächsische und französische Soldaten unter der Führung von General Levèbvre standen einem ebenso großen Tiroler Schützenaufgebot unter Andreas Hofer gegenüber. Levèbvre blieb nach einem Ruhetag nichts anderes mehr übrig, als am 15. August den Rückzug durch das Unterinntal anzutreten.

Andreas Hofer regierte das Land als Oberkommandant in der Hofburg.

Der im Oktober 1809 unterzeichnete Friede von Schönbrunn beinhaltete die endgültige Aufgabe der Tiroler Gebiete durch den Kaiser.

Vierte Bergiselschlacht (1. November 1809)
Noch am Tag des Friedensschlusses gab Napoleon den Befehl, Tirol zu unterwerfen. Mitte Oktober traten bayrische Truppen zum Sturm auf Tirol an, und bereits am 24. Oktober standen sie vor Innsbruck. Hofer hatte die Landeshauptstadt schon verlassen und zögerte mit einem neuerlichen Angriff.

Nach leichten Gefechten traten die Bayern am 1. November in der Früh zum Sturm auf den Bergisel an, und nach einem knapp zweistündigen Gefecht war die letzte Bergiselschlacht für die Tiroler verloren.

Einzelne Erfolge Mitte November, etwa bei Meran oder St. Leonhard im Passeier konnten die Niederlage nicht verhindern, und Andreas Hofer wurde nach einem Verrat am 28. Januar 1810 gefangengenommen und am 20. Februar 1810 in Mantua in Italien erschossen.

Auswirkungen
Die südlichen italienischsprachigen Gebiete und der südlichste Teil des deutschsprachigen Tirol (mit Bozen) wurden zum italienischen Königreich geschlagen, und Osttirol mit Lienz, Sillian und Matrei wurde Teil der Illyrischen Provinzen Frankreichs.

Nach der Niederlage Napoleons 1813/1814 kam Tirol wieder zu Österreich und wurde um die bis 1805 salzburgischen Gebiete Zillertal, Brixental und Matrei vergrößert.

 

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